Die 2 Phasen eines Nachfolgeprozesses, Teil 2: Wo steht der Nachfolgeprozess? Das Familienunternehmen ist grundsätzlich nachfolgefähig. Geeignete Nachfolger oder  Nachfolgerinnen sind gefunden. Es besteht Klarheit, in welcher Zusammensetzung das Unternehmen zukünftig geführt werden soll. Nun geht es darum, den Nachfolgern einen guten Einstieg zu ermöglichen und den Ausstieg der abgebenden Generation umzusetzen. Ein Überblick.

Interner Karriereplan

In der Regel befindet sich die nachfolgende Generation in dieser Phase zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr, je nach Ausbildungsweg. Mithilfe eines gut strukturierten Fahrplans sollte die NextGen in einem nächsten Schritt eine Art Führungskräfte-Training im Unternehmen durchlaufen. Dieser interne Karriereplan dient dazu, allen Beteiligten einen Überblick zu geben, wann und warum welche Unternehmensbereiche kennengelernt werden. Eine leitende Tätigkeit in einer Tochterfirma könnte beispielsweise dazu dienen, erste Führungserfahrungen zu sammeln.

Ein professioneller Fahrplan kann für einen gelungenen Einstieg der nachfolgenden Generation ganz entscheidend sein. Oft hat diese sich die nämlich sehr zielstrebig und fokussiert ausgebildet. Beginnt sie dann im eigenen Familienunternehmen und findet keinen strukutiererten Einstieg, hat schon so manche oder mancher aus der NextGen das Unternehmen resigniert wieder verlassen.

Auf Augenhöhe begeben 

Es kommt dann der Zeitpunkt, in dem sich die nachfolgende Generation auf Augenhöhe mit dem Senior-Unternehmer oder der Senior-Unternehmerin begibt, um den finalen Schritt zur operativen Übergabe einzuleiten.

Wie das gelingen kann?

Indem die bisherigen Inhaber mit der Nachfolge-Generation in einem kollegialen, gleichberechtigten Verhältnis auftreten. Gelingt das nicht und erscheinen sie stattdessen mit ihrem Sohn oder mit ihrer Tochter in einem Eltern/Kind-Verhältnis in der Öffentlichkeit, kann keine Augenhöhe entstehen. Damit wird es der nachfolgenden Generation erheblich erschwert, im Außen den für ihre neue Rolle angemessenen Respekt zu erlangen.

Die Übernahme der alleinigen Verantwortung

Als nächstes steht die nun konkrete Übergabe des Unternehmens-Staffelstabes an. Die alleinige  Verantwortung für das Unternehmen geht spätestens jetzt auf die nachfolgende Generation über, die von jetzt an die Geschäfte selbständig leitet.

Sollten sich die Angestellten aus alter Gewohnheit bei Rückfragen noch an die Senior-Generation wenden, ist es nun wichtig, auf die Nachfolger verweisen und sich selbst zurückziehen.

Zur Vollendung ist die gesamte Familie gefragt

Kommen wir zum letzten Schritt des Nachfolgeprozesses. Hier steht das unternehermische Loslassen der Senior-Generation im Mittelpunkt. Dazu gehört nicht nur das aktive Beginnen eines neuen Lebensabschnitts. Wichtig ist auch, sich keine Hintertüren offen zu halten, durch die doch noch Einfluss im Unternehmen ausgeübt werden könnte. Die Vollendung der Nachfolge erfordert daher nicht nur den Rückzug aus der operativen Führung. Sie umfasst auch die Übertragung der mehrheitlichen Eigentumsanteile am Unternehmen, so dass auch auf Gesellschafter-Ebene ein Generationswechsel stattfinden kann.

Und so steht am Ende eines Nachfolgeprozesses wieder die gesamte Familie im Fokus. Denn die Erfahrung zeigt, dass die Verlockung, wieder in alte, etablierte Unternehmer-Muster zu verfallen sehr groß sein kann. Da kann die Unterstützung der gesamten Familie für die aussteigende Generation nicht nur ein liebevoller, sondern auch ein sehr nützlicher Beitrag sein.

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