Familie und Unternehmen – 2 Systeme, die insbesondere bei der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen mit hoher Energie aufeinanderprallen können.

Der Streit am Mittagstisch scheint vorprogrammiert

Wie gelingt es, beide Systeme im Familienunternehmen friedlich nebeneinander existieren zu lassen? Zu eng scheinen beide Systeme miteinander verwoben, als dass es nicht zum übergreifenden Dominoeffekt kommen kann: Eine schlechte unternehmerische Entscheidung kann den Familienfrieden gefährden. Ein handfester Familienstreit beim Mittag am Sonntag lässt sich nur schwer am Montagmorgen aus den Büroräumen heraushalten. Und überhaupt Sonntag: Wenn man schon die ganze Woche im Büro aufeinander hockt, wer will dann noch das Wochenende miteinander verbringen – insbesondere, wenn es sich dabei noch um einen eigenen Elternteil handelt?
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Immer spricht auch das Elternteil mit dem Kind im Familienunternehmen

Dazu kommt: Im Gegensatz zu einer Tätigkeit in einem Nicht-Familienunternehmen findet sich der Familienunternehmer in einer Doppelrolle wieder: Der Senior ist nicht nur der Senior-Chef, sondern auch Vater/Mutter. Der Finanzchef ist vielleicht nicht nur Finanzchef, sondern gleichzeitig auch Cousin oder Nichte, etc. Und der Nachfolger eben auch Sohn oder Tochter.

So auch meine eigene Erfahrung: Wenn mich unsere Senior-Unternehmerin ( meine Tante) fragt, ob der Quartalsbericht schon erstellt sei, dann klingt das zwischen den Zeilen auch immer ein wenig nach der Frage, ob „ich schon meine Hausaufgaben gemacht hätte“ –  wie früher im Elternhaus.

Nur 1 von 10 Unternehmen gelingt die Nachfolge in die 4. Generation

Die persönlichen Beziehungen sind sicher  einer der Gründe, warum  nur 7 von 10 Familienunternehmen die innerfamiliäre Unternehmensnachfolge von der ersten in die zweite Generation schaffen – und die Nachfolge sogar nur in 1 von 10 Familienunternehmen in die vierte  Generation gelingt.
Hinzu kommt, dass beide Systeme mitunter entgegengesetzt funktionieren.

Familie und Unternehmen: Geprägt von unterschiedlichen Werten

Das eine System entsteht durch Geburt und Heirat, es impliziert eine lebenslange Verbundenheit untereinander. Das Andere findet sich qua Vertrag und ist jederzeit kündbar. Der Familie geht es um Geborgenheit, Sicherheit und Liebe. Dem Unternehmen geht es vorrangig um den wirtschaftlichen Erfolg. Entscheidungen werden in dem System „Familie“  informell und emotional getroffen. Im Unternehmen wird  formell und sachlich entschieden.

So ist das gemeinsame Wirken im Familienunternehmen gerade im Zeitpunkt der Unternehmensnachfolge eine besondere Aufgabe auf allen Ebenen.

Professionelle Begleitung ist angebracht

Steht in Ihrem Familienunternehmen die Unternehmensnachfolge an, oder kommen Ihnen diese Kommunikationsphänomene in Ihrem Nachfolgeprozess  bekannt vor – dann lassen Sie sich von professioneller Seite begleiten. Das Erstellen eines individuellen Nachfolge-Konzeptes, die Projektsteuerung des Nachfolgeprozesses oder die Moderation Ihres Familiendialogs unterstützen Sie, diese schwierigen Hürden zu nehmen.