„Fegt der Corona-Sturm nicht alle aktuellen Nachfolgeprozesse in den Familienunternehmen und Unternehmerfamilien brachial vom Tisch?“

Solche oder ähnliche Fragen wurden mir in diesen Wochen wiederholt gestellt.

Meine Antwort: Nein, ganz im Gegenteil!

Nachfolge findet auch bzw. gerade in Zeiten dieser Pandemie statt. Nur anders. In diesen bewegenden Zeiten nehme ich vier Varianten von internen Nachfolgeprozessen in Familienunternehmen wahr:

Variante 1:

Familie und Unternehmen befanden sich vor Ausbruch der Pandemie mitten im Nachfolgeprozess. Die Corona-Krise erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit, deshalb wurde das Nachfolgeprojekt zunächst unterbrochen. Mit vereinten (Familien)Kräften wird das Unternehmen auf Kurs gehalten. Eine gute Bewährungschance für den Nachwuchs im Familienunternehmen! Ein Sprung ins kalte Wasser, wie es ihn im „normalen“ Unternehmensalltag wohl nicht ergeben würde. Gleichzeitig wird der unterbrochene Nachfolgeprozess „stillschweigend“ fortgesetzt: Es ergeben sich Gelegenheiten, Neues auszuprobieren, sich zu bewähren, und herauszufinden, welche Kompetenzen noch der Stärkung bedürfen, auch für die Zeit nach Corona.

Variante 2:

Das Familienunternehmen steckt zwar mitten im Corona-Sturm. Dennoch entscheiden sich die Beteiligten, den eigenen, bereits eingeleiteten Nachfolgeprozess durch (digitale) Workshops weiter zu verfolgen. Diese Variante wählen einige Familienunternehmen und Unternehmerfamilien. Sie schätzen die willkommene Ablenkung vom akuten Corona-Krisenmanagement, den dieser Themenwechsel mit sich bringt. 

Variante 3:

Das Familienmanagement des Familienunternehmens und der Unternehmerfamilie ist bereits gut aufgestellt. Es gibt eine Familienverfassung und einen Notfallplan, um die Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Die Corona-Zeiten sind ein geeigneter Bewährungstest dieser Instrumente für die Praxis. Die daraus resultierende Klarheit und Krisenkommunikation stärken den familiären Zusammenhalt und die Präsenz des Unternehmens.

Variante 4:

Das stürmische Corona-Meer zeigt auf, wie schwer die familiären und unternehmerischen Schiffe zu lenken sind, wenn noch keine Absprachen und Vorkehrungen in Form einer Familienverfassung oder eines Notfallplan vorliegen, die der Familie und dem Unternehmen in dieser Krise als Leitfaden dienen. Diese Erfahrung kann ein passender Anlass sein, sich Zeit für ein krisenbewährtes Familienmanagement-System zu nehmen, sobald sich der Corona-Sturm gelegt hat.

Diese Wochen zeigen: Unternehmensnachfolge wird durch Corona nicht obsolet.

Die gute Nachricht:  Egal, welche Variante für Ihr Familienunternehmen zutrifft, vertrauen Sie darauf, dass sich Ihr Nachfolgeprozess trotz oder gerade wegen der stürmischen Corona-Zeiten weiterentwickelt. Ihr Nachfolgeprozess wird nach Corona woanders stehen als vor Corona!

Bitte halten Sie Ihren Kurs, und bleiben Sie gesund.

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